Digitales Schutznetz Ovella
Ausgangslage
Zwischen dem schweizerischen und dem österreichischen Grenzübergang im Unterengadin baut die Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH bei Ovella im Kanton Graubünden in den nächsten Jahren ein neues Laufwasserkraftwerk am Inn. Es ist das grösste in den letzten Jahren neu erbaute Laufwasserkraftwerk im Alpenraum. Die Baustelle für das Wehr befindet sich unterhalb der mächtigen Kitzmaiss-Wand und muss mit 1.2 km Schutznetzen aufwändig gegen Steinschlag geschützt werden. Um jederzeit über Steinschlagereignisse im Bild zu sein, werden die Schutznetze von uns mit Reissleinensensoren überwacht.
Lösung
Über hundert ImpactSentinel Sensoren wurden im Sommer 2015 an den Schutznetzen auf der österreichischen Seite des Inn installiert. Die Sensoren kommunizieren mit einer Basisstation auf der Schweizer Seite des Inn. Mehrere Relaisstationen in der Wand stellen sicher, dass die Signale von allen Sensoren bei der Basisstation ankommen. Bei grösseren Steinschlagereignissen bauchen die Schutznetze aus und die Sollbruchstellen an den Sensoren geben nach – ein Alarm wird automatisch ausgesandt.
Im Alarmfall werden alle Verantwortlichen sofort per SMS informiert. Zudem ist der Status aller Sensoren jederzeit in unserem Datenportal ersichtlich. Vor Ort zeigt eine Leuchte den Status des Gesamtsystems an – so sind auch Arbeiter auf der Baustelle informiert darüber, ob die Anlage einwandfrei läuft (grüne Leuchte) oder ob ein kleines (gelbe Leuchte) oder grosses (rote Leuchte) Ereignis stattgefunden hat. Bei grossen Ereignissen wird zudem eine Alarmsirene aktiviert, damit die Baustelle umgehend evakuiert werden kann.
Weitere Informationen
Installation der Sensoren vor Ort. Die Sensoren werden auf die Stützen montiert, möglichst ausser Reichweite von Steinschlag.
Die Baustelle wird hauptsächlich durch zwei Rinnen bedroht, die bis weit oben mit Schutznetzen gesichert werden mussten.
Mit je zwei Sollbruchstellen links und rechts kann jeder Sensor zwei Netzbereiche überwachen. Stahlseile führen durch die Netze und reissen die Sollbruchstelle aus, wenn ein Steinschlagereignis das Netz ausbaucht. Zusätzlich melden die Sensoren Erschütterung, Lage, Temperatur und Batteriespannung.
Auf der Baustelle empfängt die Basisstation alle Signale der Sensoren und die grüne Leuchte zeigt an, dass das System einwandfrei funktioniert. Im Alarmfall wird das darunter montierte Alarmhorn aktiviert, damit die Baustelle umgehend evakuiert werden kann.
Darstellung im Datenportal: Jeder Kreis steht für einen Sensor. Total wurden 14 Netze mit einer Gesamtlänge von ca. 1200 m ausgerüstet. Grüne Kreise bedeuten Normalzustand. Hat ein Sensor ein Ereignis detektiert, erscheint er rot. In der gleichen Darstellung kann auch die Veränderung der Sensorlage (Verkippung) im Vergleich zum Installationszustand überprüft werden, sowie die Qualität der Funkverbindung und der Batteriezustand. Fährt man mit dem Mauszeiger über die Kreise, werden aktuelle Daten zum ausgewählten Sensor angezeigt.
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