Überwachung von Instabilitäten: HD-Kamera vs Radar

Abbildung 1 + 2: Die inverse Geschwindigkeit des instabilen Gletschergebietes wird zur Prognose des Abbruchzeitpunktes genutzt. Der Trend der inversen Geschwindigkeit aus der Kameramessung lässt einen Zeitpunkt um den 12. September 2017 erahnen. Der Abbruch erfolgte mit dem 10. September 2017 um 6:00 nur wenig früher.
Kamera oder Radar: Welche Technologie wofür?
Beide Technologien sind fähig, hochwertige Deformationsanalysen von Oberflächen aus grosser Distanz zu erstellen. Sie unterscheiden sich jedoch in einigen grundlegenden Punkten und eignen sich dementsprechend für unterschiedliche Anwendungen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die beiden Messmethoden:
Der wichtigste Unterschied ist die Verfügbarkeit der Daten; während die HD-Kamera Tageslicht und gute Sichtverhältnisse benötigt, kann das Radar bei Tag und Nacht und in jedem Wetter messen (Starkregen und Schneestürme können die Radarmessung kurzzeitig beeinflussen). Somit ist das Radar eine zuverlässige Option mit hoher Datenverfügbarkeit und eignet sich für die Überwachung akuter Eis- oder Felsinstabilitäten (z.B. Abbruch am Weissmies). Zudem kann die Intervall der Deformationsanalysen mit 15 min sehr kurz gewählt werden. Im Gegensatz dazu benötigt die HD-Kamera meist mindestens einen Tag, um Deformationen zu erkennen. Darum ist die HD-Kamera eine kosteneffiziente Option für die Langzeitüberwachung von nicht-akuten Instabilitäten, wie beispielsweise Gletschern oder Rutschungen.
Detaillierte Informationen:
Georadar (interferometrisches Radar)
HD-Kamera
Automatische Deformationsanalyse mit HD-Kamera